Freitag, 13. Juni 2008
Anarchos
Gefahren wird rechts. Kein Licht: kostet. Fahren auf dem Bürgersteig, nicht auf dem Radweg: kostet. Keine Klingel: kostet. Gegen die Fahrtrichtung: kostet. Kurzum: wer in Münster mit der 'Leeze' unterwegs ist, wird sich über kurz oder lang dem strengen Regiment der Polizei unterwerfen und sich den dort allgemein üblichen Fahrradverkehrsregeln anpassen. Mag das gelegentlich nerven, so erhöht es wohl letztlich doch die allgemeine Sicherheit - und die Durchschnittsgeschwindigkeit. - Dies musste OSKAR erfahren, nachdem er in der jetzigen Saison (in Münster ist überdies IMMER Saison) in seiner Heimat an der Weser wieder verstärkt mit dem Rad unterwegs ist: hier scheren sich alle einen Dreck um Regeln, Beschilderungen und guten Anstand auf dem Drahtesel. Jede und jeder fährt, wie es gerade auskommt. In diesem anarchischen Durcheinander, das auch von den Damen und Herren Staatsvertretern in schwarz (grüne Männchen gibt's leider nicht mehr) toleriert wird, kann er sich nicht mehr der großen Masse hingeben, wie er es aus Münster gewohnt war. Oft zu Hunderten oder wenigstens Dutzenden rollten dort nach Unischluss die Radler über Hauptverkehrsstraßen. Kaum jemals etwas passiert. Aber jetzt? Ständig muss OSKAR aufpassen, kommen ihm Radfahrer entgegen, die nicht gewillt scheinen auszuweichen, Rennstrecken gibt's nicht, weil ständig von irgendwo so ein Sonntagsradler auftaucht. Nicht gedacht, dass er sich je das zuweilen gnadenlose Münsteraner Regeldurchsetzungsregiment zurückwünschen würde: OSKAR.

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