Donnerstag, 2. Juli 2009
Wissen - Denken - Vergessen
OSKAR hat in Genf eine schöne Bleibe gefunden. Sogar eine Waschmaschine gibt es, die den Gang zum Waschsalon, so es in Genf derlei überhaupt gibt, erübrigt. Eine feine Sache also, wenn man weiß, wie sie funktioniert. Sie muss nämlich für jedes Waschen angeschlossen werden. Selbst für OSKAR, der völlig uneitel anerkennt, dass er nicht direkt zur Crème de la Crème heimischer oder hiesiger Heimwerkerkreise gehört, stellt dies grundsätzlich keine unüberwindbare Herausforderung dar. Den Abwasserschlauch in die Badewanne gehängt, damit das abgepumpte Seifenwasser sich nicht im Badezimmer als Vorstufe zur Grundreinigung des Bodens verteilt und hernach den Wasserschlauch montiert. Hierzu an der Mischbatterie (oder wie heißt das Ding, wo man Warm- und Kaltwasserzufuhr regelt und aussucht, ob das Wasser durch die Brause oder durch den Hahn herausströmt?) den Duschschlauch entfernen und den Waschmaschinenfrischwasserschlauch draufstecken. Wer das Gardena-Gartenschlauchprinzip kennt, der weiß, wovon OSKAR hier spricht.



Die Sache mit der Waschmaschine hat auch geklappt: nix abgefärbt, nix eingelaufen, alles sauber und duftig. Nun ist OSKAR ein ordentlicher Mensch und folglich machte er sich an die De-Installation. Was er nicht bedachte: ERST den Hahn zudrehen, weil sonst, nach Abziehen des Waschmaschinenfrischwasserschlauchs, das Wasser munter durchs Bad spritzt… Er hatte ohnehin Badezimmerputzdienst.

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Donnerstag, 25. Juni 2009
Ästhetik der Technik




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Mittwoch, 24. Juni 2009
Stil, ästhetisches Empfinden - und Plastik
Zugegeben, OSKAR hat einen gewissen Faible für Schuhwerk. Insofern hat er wohl sogar mehr Fußbekleidung im Schrank stehen als manch eine seiner Freundinnen. Er lässt sich zuweilen auch von Moden leiten, aber sicher nicht ausschließlich. Schuhe sollten zur Person passen, zur sonstigen Garderobe, dem Anlass gemessen ausgewählt sein - und sie sollten eine eigene Ästhetik aufweisen. Über Geschmack lässt sich trefflich streiten, über Stil nicht. Und so nennt OSKAR unumwunden beim Namen, was einfach erschreckend, abstoßend hässlich ist.

Früher, als kleiner Junge, lebte OSKAR auf dem Land. Er wuchs gewissermaßen zwischen Äckern und Wiesen, Kühen und Gänsen, Ställen und Misthaufen, auf Heuböden und großen Deelen auf. Dort begegneten ihm erstmals Holzschuhe - nicht als folkloristische Beigabe, sondern im täglichen Einsatz am Bauernfuß. Die Mägde und Bäuerinnen trugen etwas Ähnliches, allerdings aus Plastik. Dieser Tage entsinnt er sich dieser meist braunen oder gelben Galoschen: in der Stadt tragen auffällig viele
Menschen, Alte und Junge ohne Unterschied, Plastikschuhe. Während aber auf einem Bauernhof oder bei der Gartenarbeit solches mit dem Hinweis auf die Praktikabilität erklärt werden kann, gibt es für das Ausgreifen dieser "Mode" lediglich zwei Erklärungen:
a) Irgendjemand weiß allen etablierten Modeschöpfern, -kritikern und dem Ästehtik- und Stilempfinden sonst durchaus normaler Menschen ein Schnippchen zu schlagen und in ihnen das Begehr nach Gummilatschen wachzurufen, dem sie sich nicht mehr widersetzen können.
b) Es besteht eine Pflicht für Menschen, die zu viel Plastikmüll produzieren, als dass deren Recycling noch irgendwie geartete sinnvolle Widerverwendung finden könnte, solche Schuhe zu tragen, weil sie aus überflüssigem Plaste/Gummi hergestellt werden; sie würden also auf ehemaligen Joghurtbechern und Salamiverpackungen herumlaufen.

OSKAR wird demnächst einfach mal fragen... Er hört sie schon davon schwärmen, wie unheimlich bequem diese Schuhe sind! Früher machte man sich über alte Herren in kurzen Hosen, Sandalen und mit weißbesockten Füßen lustig. Warum kommt anscheinend niemand darauf, die zum Himmel schreiende (und, hey, es ist GUMMI!!, vermutlich auch stinkende) Schuhmode dieser Massen dorthin zu rücken, wo sie hingehört: ins Kabinett der Lächerlichkeiten!

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