Donnerstag, 29. Oktober 2009
Zum Glück kein 'Guck-in-die-Luft'!!!
Folgender Eintrag ist der Lerche gewidmet!

Am Sonntag war OSKAR abends auf dem Freimarkt. Überhaupt das erste Mal seit Jahren wieder auf einem Rummel. An sich mag er solche Veranstaltungen nicht sonderlich.
Die Tatsache, dass an der großen Straße, die parallel zum Festplatz verläuft, Polizisten mit Maschinenpistolen im Anschlag die passierenden Autos kontrollierten, hat nicht unbedingt dazu beigetragen, dass er übermäßig gelöster Stimmung gewesen wäre. Da nun aber zwei Freundinnen all' ihre Überzeugungskünste in die Waagschale geworfen hatten (wobei die Aussicht auf den Tatort im Anschluss den Ausschlag gab*), ließ er sich schließlich auf das Wagnis ein.
So standen sie hier und guckten dort; die beiden Damen kauften sich ein Eis, er stand etwas abseits dieser Bude und schaute sich um und die Leute an, die selig und/oder dümmlich einander im Geschiebe Zuckerwatte an die Wollmäntel klebten oder sich mit Remoulade aus ihren Fischbrötchen vollsauten.

Irgendwann sauste 'Zeug' durch die Luft, etwas davon fand seinen Weg auf seinen Kopf. Bei näherer Analyse (Aussehen und Geruch waren eindeutig) war klar, dass da wohl jemand das Karussellfahren in 50 Metern Höhe nicht so gut "verdaut" hatte... Bäh, EKELHAFT! An dieser Stelle sei gesagt, dass OSKARs Haupt mehr Haupt denn Haar bietet: dafür war er erstmals wirklich dankbar. Es lässt sich dann mit einem Taschentuch sehr viel schneller Unerwünschtes entfernen als wenn noch viel onduliertes und womöglich langes Haar im Wege ist! - Bei seiner Freundin wusch er sich die Haare. Inwiefern der "Duft" nach Erdbeer-Maracuja-Himbeere-Ananas-BodyShop-Haarmilch, der nach dieser Kopfwäsche sein Haupt umwehte, als käme er vom Fruchtgroßmarkt und hätte dort an einer Obstschlacht teilgenommen, ihn zu betören vermochte, vermag er nicht mehr zu sagen. Dafür war dann nämlich der Tatort zu gut!

(* OSKAR ist bekanntlich Rundfunkteilnehmer nur im Audiobereich...)

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Sonntag, 25. Oktober 2009
Blutsauger!
Lange hatte OSKAR nicht mehr von ihnen gehört und sich schon fast als von seinem Staat Vergessener gefühlt. Dann aber kamen sie wieder: die von ihm letztlich doch heiß ersehnten grünen Briefe. Jeder, der sich beim Amt meldet, wird über kurz oder lang Post von ihnen erhalten: den Blutsaugern. Zwar gerieren sie sich in Reklamebeiträgen im Kino oder im Hörfunk als sympathische Typen; das alles kann OSKAR nicht täuschen: Die Jungs bleiben Blutsauger.

Mit Freuden ist er Teilnehmer des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, erachtet dessen Finanzierung über Gebühren als grundsätzlich durchaus berechtigt. Entsprechend hat er, ganz braver Bürgersmann, sein Radio und seinen LaptopmitInternetanschluss angemeldet und ist folglich nun offiziell erfasster Rundfunkteilnehmer.
Nun können sich die Jungs da in Köln aber eines offenbar nicht vorstellen: dass es Menschen gibt, die TATSÄCHLICH ohne gebührenpflichtiges TV-Empfangsgerät leben. OSKAR tut dies eher aus Zufall, und wenn die Mangelerscheinungen allzu groß werden, dann besucht er Eltern oder Freunde. Das aber kann man auf den Fragebögen-in-grünem-Umschlag (leider noch) nicht angeben. - Nun bekommt er also in regelmäßigen Abständen Post: grüner Umschlag der Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in der Bundesrepublik Deutschland. Die stets gleichlautende Frage lautet, ob er denn nicht in der Zwischenzeit vielleicht doch ein Fernsehgerät habe.

Inzwischen fragt er sich ernsthaft, ob es in seinem Land eigentlich noch eine andere Verwaltungsbürokratie gibt, bei der es zu bestätigen gilt, dass es nichts zu bestätigen gibt - und dafür dann auch noch Porto zahlen soll. Ob die Post letztlich Anteilseigner bei der GEZ ist? Schließlich leiten die Gelben den Grünen im Falle eines Umzugs ja auch mal eben so nebenbei die neue Adresse weiter... Das tut sie nach OSKARs Wissen sonst nicht. Bei allen anderen jedenfalls bekommt er nurmehr Post, wenn er a) einen Nachsendeauftrag stellt und dann b) seine neue Anschrift mitteilt!!!

OSKAR jedenfalls hat sich diesmal dafür entschieden, abzuwarten, wie die nächsten Eskalationsstufen wohl sein werden. Der letzte Brief war noch höflich, aber doch schon sehr bestimmt. Ob am Ende womöglich so ein finster dreinschauender Inkassofuzzi mit Lederjacke und Schlagring bei ihm vor der Türe steht?! OSKAR würde ihn fröhlich hereinbitten und ihm den nicht vorhandenen Fernseher zeigen. Wobei die Jungs aus Köln dann sicher einen nichtvorhandenen, aber weiterreichenden Beweis für die Nichtexistenz des nichtvorhandenen Fernsehers einfordern würden...

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Samstag, 17. Oktober 2009
Einkauf
Sie war OSKAR bereits im Geschäft aufgefallen. Gebeugt und gestützt auf ihr Gehwägelchen streifte sie durch den Supermarkt gehobener Preise. Kleidung und Schmuck ließen einen gewissen Status vermuten. An der Wursttheke orderte sie drei Scheiben Salami und eine derart kleine Menge Leberwurst, dass es OKSAR wunderte, dass die Waage das überhaupt auswiegen konnte. Ferner landeten in ihrem Wägelchen und somit dann an der Kasse vor OSKAR auf dem Band: 1 Packung Spinat, zwei kleine Dosen Fertigsuppe, Aufbackbrötchen, zwei Miniaturjoghurt, zwei große Birnen - und eine Flasche Eierlikör. Ob der nun für sie allein war, oder ob sie mit ihren Freundinnen am Wochenende mal wieder auf den Putz hauen wollte, getraute OSKAR sich dann docoh nicht zu fragen. Er hofft aber auf die Sache mit den Freundinnen. Alkohol konserviert ja schließlich... Sie sah zumindest danach aus, als sei sie irgendwo in den späten Achtzigern!

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